Mittwoch, 14. November 2007

Bonsai und Abenteuer Alltag

Das letztes Wochenende war leider ziemlich verregnet. Eigentlich hatten wir einen Ausflug ins Grüne geplant, aber das Wetter hat sich leider nur unter der Woche von seiner guten Seite gezeigt. Pünktlich am Freitag abend hat es angefangen zu regnen und am Montag war wieder blauer Himmel und über 20 Grad angesagt. Man sieht: Einige Dinge sind in Japan eben doch genauso wie in Deutschland ;-)



Immerhin gab es am Sonntag eine ausgeprägte Regenpause. Der Himmel war zwar immer noch drückend grau, aber so konnten wir trotzdem einen kleinen Ausflug ins Grüne machen. Omiya ist eine Stadt rund vierzig Minuten außerhalb Tokyo, in der sich nach dem großen Kanto-Erdbeben von 1923 zahlreiche Bonsai-Züchter niedergelassen haben. Omiya Bonsai Village ist wohl unter Bonsai Kennern international bekannt.



Gelohnt hat sich der Ausflug auf jeden Fall. Ist schon interessant zu sehen, was man mit Bäumen so alles anstellen kann. Leider hatte die Dämmerung schon eingesetzt (war ja auch schon 16 Uhr...), sodass ich mit Blitz photografieren musste und die Farben nicht so ganz rauskommen. Vielleicht habe ich ja nochmal einen halben Tag Zeit, um das ganze nochmal bei Tageslicht und schönem Wetter zu sehen. Es ist nicht weit und wirklich gut geeignet, um der Großstadt mal zwei Stunden zu entfliehen ohne sie wirklich zu verlassen.



Heute konnte ich mich einer kleinen kulturellen Herausforderung stellen: Ein Friseurbesuch. Ehrlich gesagt war im Endeffekt dann doch alles viel einfacher, als ich befürchtet hatte und das Ergebnis ist auch zufriedenstellend. Das ist ja aber nicht selbstverständlich, wenn man mangels Sprachkenntnis keine Wünsche äußern kann. Die Tatsache, dass doch noch ein kleines Gespräch zustande kam, ist einzig und allein den paar Brocken Englisch der Friseurin zu verdanken. Wieder einmal muss ich sagen, dass es doch schade ist, dass meinerseits eben höchstens ein paar Japanisch-Bröckchen vorhanden sind. Für drei Monate geht das ja noch, aber ich habe mittlerweile kaum noch Verständnis für die vielen Deutschen, die hier jahrelang arbeiten und die Landessprache nicht lernen. Zum einen kommt man nur mit Englisch eben nicht richtig an die Leute heran und zum anderen ist das auch im Alltag immer wieder hinderlich. Ich musste neulich zum Beispiel Schnürsenkel kaufen. Das hat zwar geklappt, aber nur weil ich gelenkig genug war, um meinen Fuß auf Thekenhöhe anzuheben und auf die Schnürsenkel zu zeigen. Ich finde, wenn man länger hier ist, sollte man solche Situation souveräner lösen können.

Am kommenden Wochenende steht übrigens wieder eine größere Unternehmung an. Ich fahre zusammen mit einem Arbeitskollegen von Freitag bis Sonntag nach Kyoto. Nächste Woche gibt es also bestimmt wieder mehr zu berichten. Hoffen wir mal, dass wir mehr Glück mit dem Wetter haben als letztes Wochenende.