Dienstag, 18. Dezember 2007

Die letzte Woche

An meinem letzten Wochenende in Japan wollte ich mich eigentlich auf die Suche nach ein paar nicht kitschigen japanischen Kleinigkeiten machen. Zumindest am Samstag habe ich das dann auch gemacht, ohne allerdings viel Erfolg vermelden zu können. Das Kriterium "nicht kitschig" schließt leider sehr viele typisch japanische Dinge aus. Für Sonntag habe ich mich dann also doch lieber von ein paar Kollegen zu einem kleinen Wanderausflug in einen nahe gelegenen Nationalpark überreden lassen. Das Wetter war sehr schön und die Wanderung hatte einige interessante Passagen. Besonderns entspannend war aber der Onsen (heiße Quelle) mit Freiluftbecken, den wir am Ende der Wanderung noch besucht haben. Direkt nebenan war ein kleiner Tempel. Nichts besonderes, aber immerhin eine gute Gelegenheit, um sich mal genauer damit vertraut zu machen, über welche Opfergaben sich buddhistische Gottheiten so zu freuen scheinen.



Am Montagabend war ich dann mit einem Kollegen in der New York Bar des Park Hyatt Tokyo in Shinjuku. Das Hotel und vor allem die Bar sind aus dem Film "Lost in Translation" bekannt. Die Bar ist sehr empfehlenswert, es gibt Life-Jazz und vor allem ist die Aussicht aus dem 52. Stockwerk des Park Tower Shinjuku ziemlich beeindruckend. Das Preisniveau ist praktischerweise so, dass man auf jeden Fall die letzte Bahn bekommt und am nächsten Tag keinen Kater haben muss. Zumindest nicht als Praktikant. Etwas enttäuscht war ich leider von der mangelnden Aufmerksamkeit der Bedienungen. Allerdings war auch das für uns in Ordnung, weil wir dadurch recht lang bleiben konnten, ohne viel trinken zu müssen ;-)



Der Rest der Woche ist auch schon ziemlich verplant. Heute Abend waren wir auf einem deutschen Weihnachtsmarkt in Roppongi. Morgen feiert meine Abteilung Bonenkai (wörtlich übersetzt die Feier zum Vergessen des Jahres). Am Donnerstag werde ich dann noch mit ein paar Kollegen Kobe Beef essen gehen. Das sind die Rinder, die täglich ein bis zwei Stunden massiert werden. Am Freitag muss ich schon meine Wohnung abgeben und werde dann noch mal eine Nacht in einem typisch japanischen Hotel (Ryokan) übernachten und am Samstag schließlich nach einem ausgiebigen Reis und Fisch-Frühstück die Heimreise antreten. Langeweile kommt also ganz bestimmt nicht auf.