Dienstag, 16. Oktober 2007

Tsukiji-Fischmarkt und Tokyo Bay

Am vergangenen Samstag war früh aufstehen angesagt: Wir wollten uns den Tsukiji-Fischmarkt anschauen. Hier können sich Tokios Gastronomen mit allem versorgen, was man aus dem Meer holen kann. Und da sie das relativ früh tun, empfiehlt es sich für Besucher ebenfalls, möglichst früh da zu sein. Aber es lohnt sich, denn selbst wenn es so einen Markt auch in Deutschland gäbe, wäre er ganz sicher nicht für Besucher geöffnet. Hinsichtlich der Hygiene vertraut man hier wohl den Besuchern und stellt allenfalls mal ein Schild hin, auf dem steht, dass man den Fisch nur anfassen soll, wenn man ihn dann auch kauft. Es ist aber auch ohne Anfassen ein Erlebnis, wenn auch teilweise etwas blutig. Bei der Auswahl der Bilder habe ich mich in der Hinsicht aber zurück gehalten.



Auf jeden Fall ist es sehr beeindruckend, wieviele Händler und Käufer auf dem Markt unterwegs sind. Die Waren werden mit Handkarren oder kleinen Transportern durch die Hallen bis zum Ausgang transportiert. Bei diesem regen Treiben wird natürlich wenig Rücksicht auf die fortwährend im Weg stehenden Touristen genommen. Jetzt verstehe ich sehr gut, warum mein Reiseführer ausdrücklich davon abrät, hier mit Kindern herzukommen.



Sonntags habe ich es dann etwas ruhiger angehen lassen und habe mir Odaiba angeschaut. Das ist ein Viertel an der Tokyo Bay. Bei der Gelegenheit ist mir aufgefallen, was mich die ganze Zeit in Tokio gestört hat. Wenn man auf eine Karte schaut, sieht man jede Menge Wasser, was sich aber im Stadtbild dann nicht unbedingt wiederspiegelt. Jetzt habe ich endlich die Ecke entdeckt, wo man tatsächlich merkt, dass Tokio eigentlich an einer Meeresbucht liegt. In Odaiba kann man aber auch noch zu einer anderen Feststellung kommen: Die Japaner kopieren wohl ganz gerne berühmte Bauwerke. In einem meiner ersten Beiträge habe ich ja schon den Tokyo Tower (rot-weiß gestreifter Eiffelturm) angesprochen. Am Sonntag habe ich dann auch noch die Freiheitsstatue entdeckt. Mal schauen, was ich in den verbleibenden zwei Monaten sonst noch alles finde...



Odaiba liegt am östlichen Ufer der Tokyo Bay und ist über die Rainbow Bridge mit dem Rest von Tokio verbunden. Auf dem Rückweg bin ich dann zu Fuß über die Brücke, von wo man eine schöne Sicht auf die Skyline hat. Die Brücke an sich macht besonders nachts aber auch was her. Die Boote mit den roten Laternen im Vordergrund sind übrigens Restaurantboote. Ende Oktober ist von der Abteilung, in der ich arbeite, auch so ein Dinner Cruise organisiert. Das wird bestimmt richtig gut.