
Dank des guten Wetters am vergangenen Wochenende konnte ich mit ein paar Kollegen einen Punkt dieser Liste abhaken: Hakone. Das unweit vom Fuji-san gelegene Naherholungsgebiet für den Großraum Tokio. Passenderweise war in Hakone-Yumoto, der Onsenstadt (onsen = heiße Quellen), am Samstag sogar ein Festumzug, der an die Züge der Feudalherren mit ihrem Gefolge nach Edo (heutiges Tokio) erinnert. Die genauen historischen Zusammenhänge habe ich jetzt leider nicht mehr parat. Wie man sieht, sind die Japaner aber auf jeden Fall mit viel Spaß bei der Sache.

Von Hakone-Yumoto sind wir dann weitgehend der klassischen Touristenroute der Japaner gefolgt: Mit der Seilbahn über ein paar thermisch sehr aktive Hügel zum Ashi-See, dann mit einem albernen Piratenboot über den See und von dort dann mit dem Bus zurück nach Hakone-Yumoto. Wir haben das allerdings auf zwei Tage verteilt und mit einer sehr schönen Halbtageswanderung ausgebaut.

Am Samstag sind wir von der Endstation der Seilbahn aus noch ein paar Kilometer zu unserer Herberge gelaufen. Diese hat sich dann mal wieder als Glücksgriff erwiesen. Dort konnte man nämlich im hauseigenen Onsen entspannen. Das Wasser hierfür kommt aus den heißen Quellen der Region. Daran kamen auch überhaupt keine Zweifel auf. Das Wasser weist nämlich in abgeschwächter Form den gleichen Schwefelgeruch auf wie die heißen Quellen selbst, an denen wir am nächsten Tag bei der Wanderung vorbei kommen sollten.

Die Wanderung führte uns über den Kami-yama, einen der höchsten Hügel der Region, durch herbstliche Wälder mit beeindruckenden Farben, zurück zur Anlegestelle für das bereits angesprochene Piratenschiff. Warum genau die Japaner es so toll finden, mit einem Piratenschiff den See zu überqueren, hat sich mir leider nicht erschlossen. Allein mit der sicherlich nachvollziehbaren Begeisterung der Kinder kann es nicht erklärt werden. Dafür waren im Verhältnis zu viele Erwachsenen an Bord.

Das Wochenende in Hakone hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn man aufgrund der touristischen Erschlossenheit im Vergleich zum Chichibu-Tama Nationalpark Abstriche machen muss. Dafür waren wir näher am Fuji-san, sodass dieser Dank der guten Sicht zum Photomotiv Nummer Eins wurde.

Ansonsten gibt es noch einen Nachtrag vom letzten Wochenende. Nachdem ich den letzten Beitrag geschrieben hatte, habe ich noch einen neue Joggingstrecke entdeckt: Ein äußerst schöner Park, der nur gut sieben Laufminuten von meiner Wohnung entfernt liegt. Das gute daran ist, dass der Park eine vernünftige Größe hat (zehn Minuten für eine Runde) und ich auf dem Weg dorthin nur eine (!) Ampel überqueren muss. Jetzt muss ich nur noch ein Schwimmbad finden...

















